Zugreisen in Europa

Das Thema Nachhaltigkeit ist in den letzten Jahren immer wichtiger geworden und bekommt, zurecht, immer mehr Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit. Gerade für Menschen, die gerne reisen, stellt dieser Anspruch ein Hindernis dar. Zumindest auf den ersten Blick. Es ist jedoch auf den zweiten Blick nicht schwierig weiterhin zu reisen und dabei auf das Wohlergehen unserer Erde zu achten.

Fortbewegung

Die Thematik des richtigen Fortbewegungsmittels auf Reisen ist Nummer eins Gesprächsstoff, wenn es um nachhaltiges Reisen geht. Es ist mittlerweile selbstverständlich, dass wir zu jeder Zeit an jeden Ort kommen und das am schnellsten mit dem Flugzeug. Es ist verlockend für zwanzig Euro innerhalb von knappen zwei Stunden in London zu sein. Wer kann da schon widerstehen? Sobald jedoch genauer hingesehen wird, wird klar, dass langsames Reisen mit alternativen Fortbewegungsmitteln kein grosser Mehraufwand darstellt. Bleiben wir beim Beispiel London. Rechnen wir den Weg zum Flughafen mit einer Stunde, Ankunftszeit zwei Stunden vor Abflug, zwei Stunden Flug und eine Stunde vom Flughafen zur Unterkunft. Das ergibt sechs Stunden, die möglichen Verspätungen am Flughafen nicht mit eingerechnet. Wenn es also darum geht schnell zu reisen, ist der Zug nicht immer die schlechteste Option, denn es ist möglich, je nach Ausgangsort, in sechs Stunden in London zu sein. Und das mitten in der Stadt.

Zugreisen in europa

Was ein besonderer Vorteil am Reisen mit dem öffentlichen Verkehr ist, ist der Komfort. Ganz praktisch kannst du an deinem Ausgangspunkt einsteigen und es dir gemütlich machen. Auch wenn du noch zwei, drei Mal umsteigen musst, kommst du viel entspannter an deinem Reiseziel an. Du sparst dir die anstrengende Zeit am hektischen Flughafen und die Sitze in der Bahn sind um einiges bequemer als in der Economy Class im Flugzeug.

Einmal in der Destination angekommen ist es, vor allem in Grossstädten, sowieso einfacher sich mit dem öffentlichen Verkehr fortzubewegen. Und es gehört zum Erlebnis dazu! Einmal mit der Londoner Tube fahren ist einfach ein Muss! Ebenso das Fahrradfahren in Amsterdam und Kopenhagen. Das ist übrigens in den meisten Städten eine gute Möglichkeit sich fortzubewegen. Autofahren macht in den wenigsten Städten viel Sinn. Wer also etwas vom Ort sehen möchte, sollte ich zu Fuss oder eben mit dem Fahrrad von A nach B bewegen. Für die weniger aktiven Reisenden unter euch ist der öffentliche Verkehr die ökologischste Art der Fortbewegung.


Fremde Kulturen


“Der Tourist zerstört, was er sucht.” Diesen Satz sollte jede und jeder Reisende mit sich tragen, denn er enthält so viel Wahrheit. Wir reisen in ein fernes Land und möchten doch am liebsten alles so haben, wie wir es uns von Zuhause gewohnt sind. Dabei macht doch genau diese kulturelle Vielfalt das Reisen so einzigartig. Das fängt beim offensichtlichen Thema Religion an und hört bei der Esskultur auf. Wenn wir uns Tempel in Asien anschauen, dann ist es unsere Pflicht, der Religion entsprechend, Körperteile zu verdecken. Wir tragen Sorge zur Kultur und zeigen den nötigen Respekt, so wie wir es uns in unserem Heimatland auch wünschen. Tun wir dies nicht, fängt die neue Kultur, die auf den Tourismus angewiesen ist, an sich zu verändern, sich den Touristen anzupassen, und so verlieren wir den eigentlichen Wert, den wir suchen.

Das gleiche Verhalten lässt sich beim Einkaufen beobachten. Jede Stadt gleicht der anderen, zumindest in der Shopping-Meile. Geschäfte gibt es mittlerweile nicht nur im Herkunftsland sondern auf der ganzen Welt. Aus einst kleinen, lokalen Läden sind nun Grossketten geworden. Das mindert das Erlebnis in fremden Land stark. Ab von den Touristenströmen finden sich noch einzelne wertvolle Geschäfte, die unbedingt unterstützt werden sollten. Triff die Entscheidung immer so, dass die Bevölkerung vor Ort profitiert und die EInzigartigkeit des Landes nicht verloren geht. Genauso beim Essen. Restaurantketten gibt es überall. Aber das eigentliche Abenteuer finden ab von den Pfaden statt, bei den Einheimischen mit regionaler Küche.

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Rund um den Globus

Ferne Reiseziele gewinnen schnell unsere Aufmerksamkeit. Wir träumen von Sonnenuntergängen an den schönsten Stränden in Australien und den besten Burgern in New York City. Oftmals vergessen wir, wie schön es doch vor unserer eigenen Haustüre ist. Wenn Corona etwas Gutes hatte, dann dass wir erkannt haben, welche Schönheit ganz nahe liegt. Weniger weit reisen ist auf jeden Fall eine nachhaltige Entscheidung. Gerade in Europa ist die Fortbewegung per Zug so einfach und so bequem. kennst du dein Heimatland einmal in- und auswändig, erkunde die Nachbarstaaten entspannt mit dem Zug. Interrail hat richtig tolle Angebote für jedermann und jedefrau, mit denen du günstig durch Europa reisen kannst.

Schlussendlich ist es eine Frage der Information und des Interesse an einer nachhaltigeren Zukunft. Fangen wir erstmal an, uns über ökologisches Reisen zu informieren, merken wir, wie unendlich lang die Liste der Möglichkeiten ist. Nachhaltig Reisen bedeutet eine Umstellung. Es benötigt vor allem am Anfang viel Zeit, sich zu informieren und sich auf die neue Art des Reisens einzustellen. Doch sobald diese Einstellung sich festgesetzt hat, geht es ganz von alleine. Wir müssen nicht auf das Reisen verzichten, wir müssen uns nur der Natur anpassen und Sorge dazu tragen. Jede und jeder kann einen kleinen Teil dazu beitragen und weiterhin mit gutem Gewissen neue Abenteuer in fremden Ländern bestreiten.

Zugreisen in europa

Falls du mehr Tipps zum Thema nachhaltiges Reisen möchtest, freue ich mich auf deinen Besuch auf meinem Blog.

Autorin+Fotos: Marina Portmann

Blog. www.twentyonetravel.com

Instagram: twentyone_travelblog

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